Ein verbindlicher Vier-Wochen-Liefertermin funktioniert nur, wenn das Briefing am Anfang sauber ist. Die meisten Verzögerungen in Webdesign-Projekten entstehen nicht in der Umsetzung, sondern davor: weil Grundfragen erst während des Projekts geklärt werden. Diese sechs Punkte sollten Sie vor dem Briefing-Termin für sich geklärt haben — dann läuft der Rest glatt.
Was ist Ihr konkretes Ziel mit der neuen Website?
„Eine neue Website haben" ist kein Ziel. Das ist ein Mittel. Das Ziel ist das, was die Website für Sie erreichen soll. Realistische Ziel-Formulierungen:
- „Mehr qualifizierte Anfragen von Neukunden, die uns über Google finden"
- „Bestandskunden einen übersichtlichen Leistungs-Überblick bieten, den sie weiterempfehlen können"
- „Bewerber ansprechen, die zum Unternehmen passen"
- „In Google Maps bei lokalen Suchen sichtbar sein"
Je konkreter Ihr Ziel, desto präziser können wir das Layout und die Texte darauf ausrichten. Wenn Sie unsicher sind, schreiben Sie drei Ziele auf und priorisieren Sie sie. Das wichtigste Ziel bestimmt die Startseite.
Welche Inhalte haben Sie bereits, welche fehlen?
Eine der häufigsten Verzögerungs-Ursachen: Texte fehlen. Der Entwurf steht, aber der Kunde schickt keine Texte, und niemand kann bauen. Prüfen Sie vor dem Briefing folgende Inhalts-Positionen:
Haben Sie…
- Aktuelle Firmentexte, die Sie unverändert nutzen können?
- Produkt-/Leistungsbeschreibungen?
- Team-Texte (Namen, Funktionen, ggf. Kurzbeschreibung)?
- Referenzen oder Kundenstimmen?
- Fotos von Mitarbeitern, Räumlichkeiten, Produkten?
- Logo als Vektordatei (SVG oder AI)?
- Aktuelle Kontaktdaten mit Anschrift und Öffnungszeiten?
Wenn Sie bei zwei oder mehr Punkten nein sagen, sprechen wir im Briefing darüber, wie wir das lösen. Entweder über Ihren Texterstellungs-Service (kostenpflichtig, verlängert das Projekt) oder indem Sie bis zu einem festen Datum liefern.
Wer trifft die Entscheidungen auf Ihrer Seite?
Das ist die wichtigste Frage für verbindliche Termine. Wenn Sie ein Einzelunternehmen sind, entscheiden Sie. Wenn Sie ein Team haben, muss klar sein, wer bei welchen Fragen das letzte Wort hat. Konkret:
- Wer entscheidet über die visuelle Richtung?
- Wer gibt Texte frei?
- Wer entscheidet über Lieferumfang-Änderungen?
- Wer ist der direkte Ansprechpartner bei Rückfragen?
Wenn bei Ihnen drei Personen jede Freigabe unterschreiben müssen, planen wir das ein und setzen Puffer. Aber wir müssen es vor dem Projektstart wissen — nicht in Woche 3.
Welche Bilder und Logos liegen vor?
Bildmaterial ist die zweithäufigste Verzögerungs-Ursache (nach Texten). Klären Sie vor dem Briefing:
- Haben Sie echte Fotos von Ihrem Unternehmen, Ihrem Team, Ihren Projekten?
- Liegt das Logo als Vektordatei vor (SVG oder AI)? Nicht als kleines PNG.
- Brauchen Sie Stockfotos? Wenn ja, haben Sie Favoriten oder lassen Sie uns entscheiden?
Wir bevorzugen echte Bilder gegenüber Stockfotos, weil sie Vertrauen aufbauen. Wenn Sie keine echten Bilder haben, ist ein professioneller Foto-Termin eine lohnende Zusatz-Investition — aber er verlängert das Projekt um mindestens eine Woche und sollte vor dem Briefing entschieden werden.
Was sind Ihre rechtlichen Pflichtangaben?
Für das Impressum brauchen wir:
- Firmenname (exakt wie im Handelsregister)
- Rechtsform
- Vollständige Anschrift
- Telefon und E-Mail
- Gesetzlicher Vertreter
- Handelsregister-Nummer (bei GmbH/AG)
- Umsatzsteuer-ID oder Steuernummer
- Ggf. Berufshaftpflicht-Versicherung (bei Freiberuflern)
Für die Datenschutzerklärung brauchen wir außerdem:
- Ihren Hoster (wenn nicht unser Hosting)
- Welche Tools Sie einsetzen (Google Fonts, Maps, Analytics…)
- Ggf. einen Datenschutzbeauftragten
Das ist pflichtig und rechtlich heikel. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Steuerberater oder Anwalt — wir können bei der Datenschutzerklärung helfen, aber die Haftung für Impressum-Angaben liegt immer bei Ihnen.
Wer pflegt die Seite nach dem Live-Gang?
Ein oft vergessener Punkt: Was passiert nach Woche vier? Zwei Optionen, die wir standardmäßig anbieten:
Option 1: Sie pflegen selbst. Bei statischen Sites ist das machbar, aber nur, wenn Sie technisch affin sind oder jemanden im Unternehmen haben. Sie bekommen nach dem Live-Gang die Quelldateien und können damit arbeiten.
Option 2: Wir pflegen für Sie. Teil unseres Hosting-Pakets ab 15 Euro pro Monat. Sie schreiben eine E-Mail mit Änderungswünschen, wir setzen sie innerhalb von 24-48 Stunden um.
Welche Option passt, sollten Sie vor dem Briefing wissen — nicht zuletzt, weil sich das auf die Kalkulation auswirkt. Bei Eigenpflege ist kein laufendes Hosting-Paket nötig, nur das einmalige Build-Paket plus reine Hosting-Gebühr.
Was im Briefing-Gespräch konkret passiert
Mit den sechs Punkten geklärt, läuft unser 60-Minuten-Briefing effizient: Wir besprechen Ziele, Scope, Texte, Bilder, Pflichtangaben, Verantwortlichkeiten und Pflege. Danach erhalten Sie ein schriftliches Protokoll mit allen Entscheidungen und einem verbindlichen Zeitplan.
Wenn Sie die Punkte vorab klären, dauert das Briefing eine Stunde. Wenn sie offen sind, dauert es zwei bis drei Stunden — oder wir müssen einen Folgetermin setzen. Beides ist möglich, aber das erste ist schneller und günstiger. Die Checkliste dieses Artikels ist unsere Empfehlung als Vorbereitung.